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Atomabsorptionsspektrometrie
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Die Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) ist ein zur Gruppe der Atomspektrometrie gehörendes analytisches Verfahren. In der analytischen Chemie ist sie eine bewĂ€hrte und schnelle Methode zur quantitativen und qualitativen Analyse vieler Elemente (Metalle, Halbmetalle) in meist wĂ€ssrigen Lösungen und Feststoffen. Die AAS basiert auf der SchwĂ€chung (Absorption) einer Strahlung durch Wechselwirkung mit freien Atomen. Da jedes chemische Element ein charakteristisches Linienspektrum besitzt, können ĂŒber die Auswertung des Differenzspektrums zu einer Referenzmessung ohne Probe Aussagen ĂŒber die in einer Probe enthaltenen Elemente getroffen werden. Die Atomabsorptionsspektrometrie wird hinsichtlich der ĂberfĂŒhrung einer Probe in die Gasphase in folgende Unterverfahren eingeteilt:
âą F-AAS (kurz fĂŒr engl. flame atomic absorption spectrometry, dt. âFlammen-Atomabsorptionsspektrometrieâ, auch Flammentechnik genannt)
âą GF-AAS oder etA-AAS (engl. graphite furnace atomic absorption spectrometry, dt. âAAS mit elektrothermischer Aufheizungâ, auch Graphitrohrtechnik genannt)
âą CV-AAS (engl. cold vapour atomic absorption spectrometry, dt. âAAS mit Kaltdampftechnikâ, auch Hydridtechnik genannt)
âą HR-CS-AAS (engl. high-resolution continuum-source atomic absorption spectrometry, dt. âAtomabsorptionsspektrometrie mit Kontinuumstrahler und hochauflösendem Echelle-Doppelmonochromatorâ)
Sie wurde von Alan Walsh in den 1950er Jahren in Australien entwickelt.
Contents
âą Prinzip
âą Aufbau
âą Lichtquellen
âą Atomisierung
âą Monochromator
âą Detektor
âą Weblinks
âą Literatur
âą Einzelnachweise
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Prinzip
Eine Lichtquelle emittiert Licht verschiedener WellenlĂ€ngen mit einer bestimmten IntensitĂ€t. Im Strahlengang befindet sich eine Atomisierungseinheit, in der die Bestandteile einer zu untersuchenden Probe atomisiert, d. h., in einzelne, anregbare Atome ĂŒberfĂŒhrt werden. Die Atomisierung der Elemente erfolgt entweder durch eine Gasflamme (Ethin/Luft- oder Ethin/Lachgas-Gemisch), in die die zu analysierende Lösung zerstĂ€ubt wird oder durch schnelles, starkes Erhitzen in einem elektrisch beheizten Graphitrohr, in das zuvor eine geringe Menge der Lösung hineingegeben wurde.
Nach SchwÀchung des Lichtstrahls in der Atomwolke (Absorption) wird seine IntensitÀt hinter der Atomisierungseinheit gemessen und mit der IntensitÀt des ungeschwÀchten Lichtes verglichen. Es wird detektiert, wie viel des eingestrahlten Lichtes einer bestimmten WellenlÀnge durch das zu messende Element absorbiert wurde (in den meisten FÀllen ist die AAS eine Einelementtechnik). Es gilt das Lambert-Beersche Gesetz. Mit steigender Konzentration des Analyten in der Probe steigt die SchwÀchung des eingestrahlten Lichtes (Extinktion) proportional.
Die absorbierte Lichtenergie wird vom dadurch angeregten Atom auf der gleichen WellenlĂ€nge wieder abgestrahlt, das Atom zeigt somit Fluoreszenz. Dass man eine IntensitĂ€tsschwĂ€chung, das Absorptionssignal, messen kann, hat einen geometrischen Grund: Das eingestrahlte Licht wird durch die Optik des GerĂ€tes auf einen sehr kleinen Raumwinkel fokussiert. Die Re-Emission erfolgt jedoch als Kugelwelle ĂŒber den gesamten Raumwinkel von 4Ï. Nur ein vernachlĂ€ssigbar kleiner Anteil davon gelangt mit dem Licht der Lampe durch den Austritts-Spalt.
Die AAS ist ein relatives Messverfahren. Nach dem Lambert-Beerschen Gesetz (gĂŒltig fĂŒr niedrige Konzentrationen) wird die Extinktion von Kalibrierungsstandards bekannter Konzentrationen aufgenommen, eine Kalibrierkurve erstellt und Proben mit unbekannter Konzentration gegen diese Kalibrierung aufgenommen und die Konzentration abgelesen (heutzutage per Software ausgewertet). Ein groĂer Vorteil der AAS gegenĂŒber anderen spektroskopischen Methoden besteht in der SelektivitĂ€t des Verfahrens. Die als Lichtquellen eingesetzten Lampen emittieren aufgrund der Zusammensetzung ihres Leuchtmittels (Hohlkathodenmaterial, Salz in einer elektrodenlosen Entladungslampe (EDL)) ein elementspezifisches elektromagnetisches Spektrum, das gezielt von dem gleichen, zu untersuchenden Element absorbiert wird. Spektrale Störungen kommen in der AAS nur sehr selten vor. Neueste auf dem Markt erhĂ€ltliche Entwicklungen wie High-Resolution-Continuum-Source-AA-Spektrometer arbeiten hingegen mit nur einer Lichtquelle. Eine Xenon-Kurzbogenlampe als kontinuierliche Strahlungsquelle deckt alle Elemente und alle verfĂŒgbaren WellenlĂ€ngen ab. Diese Strahlungsquelle eröffnet den gesamten fĂŒr die AAS relevanten WellenlĂ€ngenbereich in nur einem Schritt. Damit ist die sequentielle Multielementroutine möglich, sofern die zu bestimmenden Elemente aus der gleichen VerdĂŒnnung zu bestimmen sind. Ein Novum sind fĂŒr die Auswertung nutzbare MolekĂŒlbanden, mit denen zusĂ€tzliche Elemente, wie z. B. Schwefel oder auch Phosphor, analysiert werden können. Ein HR-CS-AAS misst daher unabhĂ€ngig von Hohlkathodenlampen. Das bietet Vorteile wie z. B. geringere Vorbereitungszeiten, keine langwierige Einbrennzeit der Lichtquelle, da Drifterscheinungen simultan korrigiert werden. Der Zeitgewinn relativiert sich allerdings wieder dadurch, dass aufgrund der komplexeren Optik eine wesentlich lĂ€ngere Initialisierungszeit des GerĂ€tes erforderlich ist, die den eigentlichen Vorteil der AAS, eine schnelle Messbereitschaft fĂŒr die schnelle Analytik weniger Proben, wieder zunichtemacht.
Aufbau
Als Lichtquelle dient ein Linienstrahler (z. B. eine Hohlkathodenlampe, HKL). Ein ZerstÀuber wird zur Bildung feiner Tröpfchen des Analyten verwendet, um diese effektiv in der Hitze einer Gasflamme zu atomisieren. Zum Schutz des Detektors ist eine Dispersionseinheit (Monochromator) nachgeschaltet. Bei dem Detektor handelt es sich in der Regel um einen Photomultiplier.
Lichtquellen
In der AAS werden elementspezifische Lampen verwendet. Man unterscheidet zwischen
⹠Hohlkathodenlampen mit einer Kathode bestehend aus dem Element des Analyten. Alternativ können auch
⹠Superlampen (zusÀtzliche Kathode) oder
âą Elektrodenlose Entladungslampen (EDL, Prinzip Gasentladungslampe) eingesetzt werden.
Beide zuletzt genannten Lampentypen bieten eine höhere LichtintensitÀt, was insbesondere Elementen, die im UV-Bereich absorbieren (Arsen, Cadmium, Blei, Antimon, Selen, Bismut, Tellur, Quecksilber), eine bessere Nachweisgrenze durch besseres Signal-Rausch-VerhÀltnis (engl. signal to noise ratio, SNR) beschert. Normale Hohlkathodenlampen zeigen unterhalb etwa 300 nm eine deutliche IntensitÀtsverschlechterung ihrer Emissionslinien. Beide Lampentypen erfordern eine separate Spannungsversorgung, die bei modernen GerÀten aber z. T. schon eingebaut ist.
In der HR-CS-AAS verwendet man nur eine einzige Strahlungsquelle, eine speziell entwickelte Xenon-Kurzbogenlampe (Xenon-Gasentladungslampe) als kontinuierliche Strahlungsquelle fĂŒr alle Elemente und alle WellenlĂ€ngen ĂŒber den gesamten Spektralbereich von 190â900 nm. Die Lampe hat eine verĂ€nderte Elektrodenform und arbeitet unter hohem Druck. Unter diesen Bedingungen bildet sich ein heiĂer Brennfleck aus, der eine Temperatur von etwa 10.000 K erreicht. Die EmissionsintensitĂ€t dieser Lampe ist ĂŒber den gesamten Spektralbereich um mindestens Faktor 10, im fernen UV um mehr als Faktor 100 intensiver als die von konventionellen Hohlkathodenlampen. Die StrahlungsintensitĂ€t hat in der AAS zwar keinen Einfluss auf die Empfindlichkeit, wohl aber auf das Signal/Rausch-VerhĂ€ltnis.
Atomisierung
Das Ziel bei der Atomabsorptionsspektroskopie besteht darin, einen möglichst hohen Anteil von Atomen in den gasförmigen Aggregatzustand zu ĂŒberfĂŒhren und möglichst wenig angeregte oder ionisierte Atome zu erzeugen. Dazu muss die Probe verdampft (frei von Lösemitteln und leicht flĂŒchtigen Bestandteilen) und verascht werden und in freie Atome dissoziieren. Zur Atomisierung werden in der AAS vorwiegend Flammen und Graphitrohröfen eingesetzt. Dabei muss zwischen F-AAS und GF-AAS unterschieden werden. Bei der F-AAS wird die Probe kontinuierlich mit einer konstanten Geschwindigkeit zugefĂŒhrt, woraus man zeitlich konstante Signale erhĂ€lt. Bei der GF-AAS wird nur einmal eine bekannte Probemenge aufgegeben. Im Idealfall hat das spektrale Signal ein Maximum und fĂ€llt dann auf Null ab, wenn die Atomwolke aus dem Atomisator herausgetragen wird. In der HR-CS-AAS werden die gleichen Atomisatoren eingesetzt wie in der klassischen Linienstrahler-AAS. Wegen der Sichtbarkeit der spektralen Umgebung der Analysenlinie kann in der HR-CS-AAS die Methodenentwicklung und -optimierung fĂŒr einen erfahrenen Analytiker erleichtert und vereinfacht werden, ein unbedarfter Anwender kann aber auch durch die zusĂ€tzlichen Informationen verunsichert werden.
Flammen-Atomabsorptionsspektroskopie
Bei der Flammen-Atomabsorptionsspektroskopie (F-AAS), auch Flammentechnik genannt, wird die gelöste Probe zunĂ€chst in ein Aerosol ĂŒberfĂŒhrt. Dazu wird die Probe mit einem pneumatischen ZerstĂ€uber in eine Mischkammer hinein zerstĂ€ubt und mit Brenngas und Oxidans (Oxidationsmittel) verwirbelt. Es bildet sich ein feiner Nebel, ein Aerosol. Um die TropfengröĂe noch kleiner und gleichmĂ€Ăiger zu machen, trifft das Aerosol zunĂ€chst auf eine Prallkugel aus Keramik und anschlieĂend ggf. auf einen MischflĂŒgel, der nur feine Tröpfchen passieren lĂ€sst. Ein geringer Teil des ursprĂŒnglichen Aerosols gelangt schlieĂlich aus der Mischkammer in die Flamme. Dort verdampft zunĂ€chst das Lösungsmittel und die festen Probenbestandteile schmelzen, verdampfen und dissoziieren schlieĂlich. Zu hohe Flammentemperaturen können insbesondere bei Alkali- und einigen Erdalkalielementen zu Ionisationsinterferenzen fĂŒhren, die durch Zugabe eines Ionisationspuffers (Caesium- oder Kaliumchlorid) kontrolliert werden. Zu niedrige Flammentemperaturen fĂŒhren zu chemischen Interferenzen. In der Flammen-AAS kann die Flamme alternativ mit zwei unterschiedlichen Gasgemischen betrieben werden.
âą Luft-Acetylen-Flamme: In der Regel wird diese Flamme eingesetzt, sie verwendet Luft als Oxidans und Acetylen als Brenngas.
âą Lachgas-Acetylen-Flamme: Die Verbindungen einiger Elemente (z. B. Aluminium, Silicium, Titan, aber auch Calcium und Chrom) erfordern höhere Temperaturen zur Dissoziation. In diesem Fall wird anstelle von Druckluft das Gas Distickstoffoxid (Lachgas) als Oxidans eingesetzt. Diese Flamme ist mit ca. 2800 °C um ca. 500 °C heiĂer als die Luft-Acetylen-Flamme. Durch ihre reduzierende Wirkung können auch Oxide von z. B. Chrom, Calcium und Aluminium atomisiert werden.
Graphitofen-Atomabsorptionsspektrometrie
Bei der Graphitofen-Atomabsorptionsspektrometrie (GF-AAS) auch Graphitrohrtechnik oder Atomabsorptionsspektrometrie mit elektrothermischer Aufheizung (EtA-AAS) genannt, macht man sich den Umstand zunutze, dass Graphit den Strom leitet und sich beim Anlegen einer elektrischen Spannung durch seinen elektrischen Widerstand erhitzt.
ZunĂ€chst werden 5 bis 50 Mikroliter der Probelösung in einen Graphitrohrofen eingebracht und in mehreren Schritten erhitzt. Das Programm hĂ€ngt wesentlich von dem zu analysierenden Element sowie seiner chemischen Umgebung ab. AuĂerdem spielt es eine groĂe Rolle, in was fĂŒr einem GerĂ€t und in was fĂŒr einem Graphitrohrofensystem (lĂ€ngsbeheizter/querbeheizter Graphitrohrofen) gearbeitet wird. Generell kann gesagt werden, dass im querbeheizten Graphitrohrofen ca. 200 °C geringere Pyrolysetemperaturen und 200 °C bis 400 °C geringere Atomisierungstemperaturen eingesetzt werden. Als Anhaltspunkt fĂŒr die Wahl des richtigen Temperatur-/Zeitprogramms sollten die âEmpfohlenen Bedingungenâ des Graphitrohrofenherstellers dienen. Hiervon ausgehend sollten Temperaturen und Zeiten so optimiert werden, dass das Messsignal bei minimalem Untergrundsignal eine maximale SignalflĂ€che erhĂ€lt. Die Probenzusammensetzung kann eine Abweichung vom Standardprogramm erforderlich machen.
1. Trocknung 1: fĂŒr etwa 30 s wird der Ofen auf 90 °C bis 130 °C geheizt, um die Probe einzuengen und nahezu zu trocknen.
2. Trocknung 2: fĂŒr etwa 20 s wird der Ofen auf 400 °C geheizt, um die Probe vollstĂ€ndig zu trocknen (wenn Kristallwasser vorhanden)
3. Pyrolyse: fĂŒr etwa 30 s wird der Ofen auf 400 °C bis 1500 °C (abhĂ€ngig vom Element) geheizt, um die organischen Bestandteile zu entfernen. Dies geschieht durch Pyrolyse oder Veraschung
4. Atomisierung: bei 1500 °C bis 2500 °C (abhÀngig von der elementspezifischen Atomisierungstemperatur) wird die Probe etwa 5 s lang atomisiert
5. Ausheizen: schlieĂlich wird nach Ende der Analyse noch etwa 3 s auf 2500 °C (querbeheizter Ofen) bis 2800 °C (lĂ€ngsbeheizter Ofen) geheizt, um RestbestĂ€nde der Probe zu atomisieren
Jeder Schritt beinhaltet eine Anstiegszeit (Rampe), innerhalb derer die angegebene Temperatur erreicht wird. Je langsamer die Aufheizrate gewĂ€hlt wird, desto geringer ist die Gefahr eines Verspritzens von Probe und desto besser wird die PrĂ€zision bei mehreren Wiederholmessungen. FĂŒr eine schonendere Trocknung kann der Schritt âTrocknung 1â aufgeteilt werden, z. B. in einen Schritt bei 110 °C und einen Schritt bei 130 °C. Schritt âTrocknung 2â kann bei einfachen Proben (Trinkwasser) auch wegfallen; er wird eher bei Proben mit komplexer Matrix (KörperflĂŒssigkeiten oder stark salzhaltige AbwĂ€sser) eingesetzt. FĂŒr den Atomisierungsschritt wĂ€hlt man ĂŒblicherweise eine Rampe von 0 Sekunden, hierbei wird die maximale Leistung der Spannungsversorgung auf das Graphitrohr gegeben, um eine maximale Aufheizrate zu erzielen. Dadurch erreicht die Atomwolke des Analyten eine maximale Dichte und es ergibt sich eine maximale Empfindlichkeit. Die Temperaturen sind natĂŒrlich abhĂ€ngig vom Analyten und können stark abweichen. Vorteilhaft gegenĂŒber der Flammtechnik ist, dass die Probe quantitativ in den Strahlengang gebracht werden kann und dort auch lĂ€nger (bis zu 7 s) verbleibt. Weiter können oft störende Matrixbestandteile durch unterschiedliche Verdampfungstemperaturen abgetrennt werden; entweder verdampfen sie vorher, oder sie bleiben zurĂŒck. Die Nachweisgrenzen sind daher bis zu drei Zehnerpotenzen besser als bei der Flammentechnik oder der ICP-OES. Allerdings kann es zu Interferenzen kommen, wenn nicht unter spezifischen Messbedingungen gearbeitet wird. Die Zusammenfassung aller MaĂnahmen, die zu einer störungsfreien Analytik in der Graphitrohr-AAS fĂŒhren, wird als STPF-Konzept (engl.: stabilized temperature platform furnace) bezeichnet.
STPF-Konzept
âą Pyrolytisch beschichtetes Graphitrohr (bessere Haltbarkeit und Empfindlichkeit)
âą Plattform im Graphitrohr (Atomisierung in eine temperaturkonstante Gasphase im Graphitrohr)
⹠PeakflÀchenauswertung (geringere AbhÀngigkeit vom Zeitpunkt der maximalen Atomisierung des Analyten)
⹠Einsatz von Modifiern (Stabilisierung des Analyten bei höheren Pyrolysetemperaturen oder Verringerung der Zersetzungstemperatur von Matrixbestandteilen)
⹠Gasstop wÀhrend der Atomisierung (Atomwolke verbleibt lÀnger im Rohr)
âą schnelle Signalerfassung
âą querbeheizter Graphitrohrofen (Temperaturkonstanz ĂŒber die gesamte LĂ€nge des Rohres, keine Kondensationseffekte und Rekombination zu MolekĂŒlen)
Hydrid- und Kaltdampftechniken
Begriffsdefinition
âą HG-AAS: Hydride-Generation-AAS-Hydridtechnik
âą CV-AAS: Cold-Vapour-AAS-Kaltdampftechnik
âą HG-ET-AAS: Hydride-Generation-Electrothermal-AAS-Anreicherung von Hydriden im Graphitrohrofen (auch: FIAS-Furnace, FIFU)
Hydridtechnik
Bei einigen Elementen, vornehmlich Zinn, Arsen, Antimon, Bismut, Selen, Tellur und Germanium können mit der relativ einfachen Hydridtechnik vergleichbare Nachweisgrenzen wie im Graphitrohrofen erreicht werden. Wenn das zu bestimmende Element mit naszierendem Wasserstoff gasförmige Hydride wie zum Beispiel AsH3, SnH4 oder H2Se bildet, können diese durch Inertgas (i. d. R. Argon) aus ihrer Lösung getragen und in eine beheizte GlaskĂŒvette ĂŒberfĂŒhrt werden. Die KĂŒvette besteht aus Quarzglas, da sich einfaches Glas bei der verwendeten Temperatur (bis 1000 °C) mit der Zeit verformt. Die Heizung kann entweder eine Elektroheizung oder die Flamme eines Flammen-AAS sein. Ein Vorteil der Elektroheizung besteht in der besseren Temperaturregulierung, da nicht jedes Element sein Empfindlichkeitsmaximum bei der gleichen Temperatur hat. In der Zelle zerfallen die Hydride bei Temperaturen um die 1200 K wieder in Wasserstoff und das zu bestimmende Element. Diese Reaktion ist nicht nur temperaturgesteuert, sondern sie hĂ€ngt auch von der OberflĂ€chenbeschaffenheit der Zelle ab. Die Hydridtechnik beschrĂ€nkt sich nicht ausschlieĂlich auf die AAS, sie findet auch in der ICP-OES ihre Anwendung.
Kaltdampftechnik
Als Unterform der Hydridtechnik ist die Kaltdampftechnik (CV-AAS) aufzufassen, meist als FlieĂinjektion Quecksilber-Kaltdampf System (engl. flow injection mercury system, (FIMS)) ausgefĂŒhrt. Hierbei wird mit Hilfe eines Reduktionsmittels kein Hydrid, sondern atomares Quecksilber generiert. Das Reduktionsmittel kann, wie oben, Natriumborhydrid (NaBH4) sein, hĂ€ufiger wird jedoch Zinn(II)-chlorid verwendet, das eine höhere Empfindlichkeit bietet und weniger zu Schaumbildung neigt. Bei Quecksilber spricht man von Kaltdampftechnik, da die Quarzzelle nicht beheizt sein muss und keine Aktivierungsenergie fĂŒr eine Zersetzung des Hydrids benötigt wird. Trotzdem ist ein leichtes ErwĂ€rmen auf 50 °C bis 100 °C vorteilhaft, damit sich kein Wasserdampf in der KĂŒvette absetzt, was die Empfindlichkeit stören kann.
FIAS-Technik
Wenn Hydrid bzw. Quecksilber durch ein FlieĂinjektionssystem erzeugt wird, können viele Proben schnell hintereinander mit wenig Verschleppung zwischen den Proben analysiert werden. Hierbei wird ein definiertes Probenaliquot ĂŒber ein Ventil in einen Reaktor gepumpt, mit Reduktionslösung versetzt und mit Argon durchmischt. Vor und nach dem Probenaliquot wird das System durch Umschalten des Ventils mit SĂ€ure gespĂŒlt. In einem Gas-FlĂŒssigseparator entweicht das entstandene Gas (Hydrid oder Quecksilberdampf), verbliebene FlĂŒssigkeit wird ĂŒber einen Abfallschlauch abgepumpt. Das Gas wird in die Quarzzelle ĂŒberfĂŒhrt und mit dem Spektrometer gemessen.
FIAS-Furnace-Technik
Die Zersetzung der Hydride kann jedoch nicht nur in der Quarzzelle, sondern auch im Graphitrohr erfolgen (Hydride Generation Electrothermal AAS, HG-ET-AAS). HierfĂŒr muss das Rohr einmalig mit einer Schicht aus Iridium (Lösung von IrCl3) belegt werden, an dessen OberflĂ€che sich das Hydrid zersetzt und der Analyt (auch Quecksilber) anreichert. Ăber ein kurzes Temperaturprogramm wird der Analyt atomisiert, ohne die Beschichtung zu zerstören. Die NachweisstĂ€rke liegt, bei gleichem Probenvolumen, im Bereich der herkömmlichen Hydridtechnik, kann jedoch durch gröĂere Volumina beliebig gesteigert werden. Vorteil ist die geringere StöranfĂ€lligkeit bei der Zersetzung der Hydride, die in der Quarzzelle stark von der OberflĂ€chenbeschaffenheit der Zelle (StoĂreaktion) und weniger von der Temperatur abhĂ€ngt (solange die Aktivierungsenergie ausreicht). Die Technik wird auch, in Kombination mit einem FlieĂinjektionssystem, als FIAS-Furnace-Technik, FIFU, bezeichnet.
Monochromator
Der Monochromator teilt das aus Lampe und leuchtender Atomisierungseinheit stammende Licht in sein Spektrum auf und isoliert daraus eine bestimmte WellenlĂ€nge. Bei modernen GerĂ€ten werden dazu ausschlieĂlich holographische Gitter verwendet, die das einfallende Licht beugen. Je höher die Zahl der Furchen auf dem verwendeten Gitter ist, desto besser ist das Auflösungsvermögen der Optik eines Spektrometers. Im Gegensatz zu den Emissionstechniken werden in der AAS Linienstrahler als Strahlungsquellen eingesetzt, die kein kontinuierliches Spektrum erzeugen, sondern nur die Spektrallinien des darin enthaltenen Elementes. Aus diesem Grunde sind die AnsprĂŒche an das Auflösungsvermögen der Optik eines AAS geringer als an die Optik eines ICP-OES.
Ăber die Wahl der Breite des Austrittsspaltes wird der WellenlĂ€ngenbereich eingegrenzt, der auf den Detektor gelangt. Der Einsatz eines Kontinuumstrahlers in High-Resolution-Continuum-Source-AA-Spektrometern erfordert zwangslĂ€ufig die Verwendung eines hochauflösenden Monochromators. Klassische Monochromatoren dieser Art, wie sie in der optischen Emission eingesetzt wurden, haben einen groĂen Platzbedarf und neigen stark zu WellenlĂ€ngendrift. Beides ist in der HR-CS-AAS nicht akzeptabel. Das Problem wurde mit der Konstruktion eines kompakten Doppelmonochromators mit aktiver WellenlĂ€ngenstabilisierung gelöst. Beide Monochromatoren sind in Littrow-Aufstellung mit einer Brennweite von 30 bzw. 40 cm. Die Strahlung des Kontinuumstrahlers gelangt durch den Eintrittsspalt in den Monochromator und wird von dem ersten Parabolspiegel auf das Prisma umgelenkt. Das Prisma ist auf der RĂŒckseite verspiegelt, so dass die Strahlung das Prisma zweimal passiert, bevor sie, nun spektral zerlegt, wieder auf den Parabolspiegel fĂ€llt. Dieser fĂŒhrt die Strahlung ĂŒber einen Umlenkspiegel zum Zwischenspalt. Das Prisma wird dabei so gedreht, dass die Strahlung im Bereich der Analysenlinie durch den Zwischenspalt in den zweiten Monochromator gelangt. Der zweite Parabolspiegel lenkt die Strahlung auf das Echellegitter, wo der ausgewĂ€hlte Spektralbereich nun hoch aufgelöst wird. Das gesamte hochaufgelöste TeilstĂŒck des Spektrums wird dann von dem Parabolspiegel auf dem Detektor abgebildet. Die Auflösung des Doppelmonochromators liegt traditionell bei einem Wert, der etwa um einen Faktor 100 besser ist als die Auflösung klassischer AAS-GerĂ€te.
Grundanordnungen von Monochromatoren:
⹠Czerny-Turner-Gittermonochromator: Licht (A) wird auf den Eintrittsspalt fokussiert (B) und wird mit einem Konkavspiegel kollimiert (parallelisiert) (C). Der kollimierte Strahl wird durch ein drehbares Gitter gebeugt (D) und der dispergierte Strahl wieder durch einen zweiten Spiegel (E) auf den Austrittsspalt (F) fokussiert. Jede WellenlÀnge des Lichtes wird auf eine andere Stelle des Spaltes fokussiert. Die WellenlÀnge, die durch den Spalt (G) hindurchgelassen wird, hÀngt vom Drehwinkel des Gitters (D) ab.
âą Echelle-Anordnung: Echelle-Monochromatoren kombinieren in der Atomspektrometrie die Vorteile einer sehr kompakten Bauweise mit hohem Lichtdurchsatz bei sehr guter optischer Auflösung. Durch die Kombination eines Echellegitters mit einem Prisma zur Auftrennung der sich ĂŒberlappenden Beugungsordnungen ergibt sich eine zweidimensionale Anordnung des Spektrums, die bei geeigneter Wahl des Detektors (Halbleiterdetektor mit Segmentierung der lichtempfindlichen Bereiche) eine simultane Erfassung mehrerer WellenlĂ€ngen zulĂ€sst. Realisiert wird diese Anordnung in vielen OES und in wenigen AAS.
âą Littrow-Anordnung
Detektor
Zur Messung der LichtschwĂ€chung setzt man SekundĂ€relektronenvervielfacher (SEV) oder â heutzutage vermehrt â Halbleiterdetektoren ein. Letztere zeigen eine homogenere und effektivere Lichtausbeute (Quanteneffizienz) ĂŒber den interessierenden WellenlĂ€ngenbereich (190â900 nm) und damit ein besseres Signal/Rausch-VerhĂ€ltnis, was sich in besseren Nachweisgrenzen widerspiegelt. Als Detektor wird in der HR-CS-AAS eine CCD-Zeile verwendet. Jedes Pixel wird dabei unabhĂ€ngig ausgewertet, so dass das GerĂ€t im Prinzip mit unabhĂ€ngigen Detektoren arbeitet. Alle Pixel werden simultan belichtet und simultan ausgelesen. WĂ€hrend der Signalverarbeitung erfolgt bereits die nĂ€chste Belichtung, was eine sehr rasche Messfolge ermöglicht. Die Absorptionslinie wird im Wesentlichen von fĂŒnf zentralen Pixeln erfasst, wĂ€hrend die ĂŒbrigen Pixel lediglich die statistischen Schwankungen der Grundlinie zeigen. Diese können fĂŒr Korrekturzwecke verwendet werden. Nachdem alle Pixel simultan belichtet und ausgelesen werden, können alle IntensitĂ€tsschwankungen, die nicht wellenlĂ€ngenabhĂ€ngig sind, wie etwa Schwankungen in der Lampenemission, mit Hilfe von Korrekturpixel ermittelt und eliminiert werden. Dadurch entsteht ein extrem stabiles und rauscharmes System, das zu einer deutlichen Verbesserung des Signal-zu-Rausch-VerhĂ€ltnisses fĂŒhrt. Das gleiche Korrektursystem eliminiert automatisch auch jegliche kontinuierliche Untergrundabsorption. Der Detektor registriert nicht nur die Strahlung auf der Analysenlinie, sondern ihre gesamte Umgebung. Damit werden z. B. spektrale Interferenzen erkennbar und können leichter vermieden werden.
Interferenzen in der AAS
Durch die Anwesenheit von Begleitsubstanzen in der Probe kann es zu Interferenzen (Störungen) kommen. Man unterscheidet:
âą spektrale Interferenzen
âą nicht spektrale Interferenzen
Spektrale Interferenzen werden bis zu einem bestimmten Grad durch Untergrundkorrektur bereinigt oder zumindest verringert. Dazu wird in der AAS neben der Strahlungsquelle zusÀtzlich eine Deuterium-Lampe (D2-Lampe) in den Strahlengang geschaltet oder alternativ in der Graphitrohrofen-AAS die Zeeman-Untergrundkorrektur verwendet. Die High-Resolution Continuum Source AAS (HR-CS-AAS) arbeitet mit einem hochauflösenden Echelle-Spektrometer. Neben der IntensitÀt der Analysenlinie wird auch die spektrale Umgebung simultan registriert. Dadurch sind Interferenzen sofort sichtbar. Die Notwendigkeit einer Optimierung oder Korrektur der Parameter werden in den HR-CS-AA-Spektrometern automatisch erkannt. Auch durch den Einsatz eines leistungsstarken Detektors wird bei optimaler Linientrennung eine Minimierung der Interferenzen erreicht.
Ursachen fĂŒr spektrale Interferenzen in der AAS sind:
âą Emissionslinien der Flamme oder Schwarzkörperstrahlung des glĂŒhenden Graphitrohrofens (Gleichlicht),
âą ungewĂŒnschte Absorption auf der gleichen WellenlĂ€nge
âą Streuung an festen, schwer verdampfbaren Rauchpartikeln und Gasen (Rayleigh-Streuung)
Nicht spektrale Interferenzen (chemische Interferenzen) entstehen beim Atomisierungsvorgang. Man unterscheidet:
⹠Transportinterferenzen sind chemische Störungen durch Matrixkomponenten oder durch physikalische Störungen durch die ViskositÀt, Dichte oder der OberflÀchenspannung des Lösungsmittels. Sie sind besonders in der Flammen-AAS problematisch, da hier nur ein sehr geringer Anteil der Probe in die Flamme gelangt. Die Eliminierung von Transportinterferenzen wird durch das Standard-Additionsverfahren oder eine Matrixanpassung der Kalibrierungs-Standards an die Probe erreicht.
âą Gasinterferenzen entstehen, wenn es nicht zur vollstĂ€ndigen Dissoziation (AB â A+B) oder zu einer Ionisierung kommt. Durch Zugabe von Freisetzungsmitteln, beispielsweise LaCl3 fĂŒr Phosphate, kann eine vollstĂ€ndige Dissoziation erreicht werden. Durch Zugabe von Alkalielementen kann eine bessere Ionisierung erreicht werden. In beiden FĂ€llen gehorcht die Wirkungsweise dem Massenwirkungsgesetz. Ein Ăberschuss dieses Hilfsmittels bewirkt eine Verschiebung des Reaktionsgleichgewichtes zum gasförmigen Analyten im atomaren elektronischen Grundzustand.
âą Verdampfungsinterferenzen spielen im Graphitrohr eine Rolle. Sie entstehen durch zu frĂŒhe oder zu spĂ€te Verdampfung des Analyten in der Probe, bezogen auf das Verhalten des Analyten im Kalibrierungs-Standard. Dadurch kann das Signal einer Probe und eines Kalibrierungs-Standards bei gleichem Analytgehalt eine deutlich unterschiedliche Signalform und -höhe ergeben. Ein zeitlich aufgelöstes Signal (Auswertung in SignalflĂ€che) kann hier noch zu richtigen Ergebnissen fĂŒhren, ohne auf eine Standardaddition zurĂŒckgreifen zu mĂŒssen.
Deuterium-Untergrundkorrektur
Bei Verwendung einer Deuteriumlampe fĂŒr die Korrektur des Untergrundes wird die LichtschwĂ€chung der Hohlkathodenlampe und die einer D2-Lampe entweder zeitgleich oder abwechselnd erfasst. Die D2-Lampe liefert, im Gegensatz zur Hohlkathodenlampe, ein kontinuierliches Lichtspektrum, dessen IntensitĂ€t von der WellenlĂ€nge abhĂ€ngt. Oberhalb von ca. 350 nm liefert sie so gut wie keine IntensitĂ€t, so dass Elemente mit einer Absorptionslinie oberhalb dieser WellenlĂ€nge ohne Untergrundkorrektur gemessen werden können. Die Auswahl des WellenlĂ€ngenbereiches zur Bestimmung der Untergrundabsorption erfolgt ĂŒber die Breite des Monochromatorspaltes am Spektrometer. In erster NĂ€herung wird das Licht der Deuteriumlampe fast nur durch den Untergrund absorbiert. Der Anteil der SchwĂ€chung der AnalysenwellenlĂ€nge ist im Vergleich zur SchwĂ€chung der ĂŒbrigen, vom Spalt durchgelassenen WellenlĂ€ngen, vernachlĂ€ssigbar gering.
Bei der Auswertung wird von der gemessenen Strahlung der Hohlkathodenlampe (Gesamtabsorption aus Untergrund + Atomabsorption) die Absorption der Strahlung der D2-Lampe (nĂ€herungsweise nur Untergrundabsorption) abgezogen. Man erhĂ€lt die Absorption des Analyten in der Probe. Ein prinzipieller Fehler liegt in der Messung des Untergrundes innerhalb eines WellenlĂ€ngenbereiches, vorgegeben durch die Einstellung des Spaltes im Monochromator, und nicht exakt auf der AnalysenwellenlĂ€nge. Wenn also der Untergrund besonders stark neben der eigentlichen Analysenlinie absorbiert, wird ein zu groĂer Betrag Untergrundabsorption von der Gesamtabsorption abgezogen. Es kommt zu einer sog. âĂberkorrekturâ des Messsignals mit negativen Messergebnissen.
Zeeman-Untergrundkorrektur
Das Magnetfeld des Zeeman-Magneten kann man als zweite âStrahlungsquelleâ auffassen. Bei ausgeschaltetem Magnetfeld wird die gesamte LichtschwĂ€chung von Analyt und Untergrund aufgenommen. Bei eingeschaltetem Magnetfeld erfolgt die Zeeman-Aufspaltung der Absorptionslinie, so dass jetzt der Analyt nicht mehr auf der von der Lampe emittierten WellenlĂ€nge absorbiert, sondern nur noch die Matrix (der Untergrund). Die StĂ€rke des angelegten Magnetfeldes reicht nicht fĂŒr eine Zeeman-Aufspaltung von MolekĂŒlen oder Teilchen (des Untergrundes) aus. Der Vorteil dieser Untergrundkorrektur liegt in der Messung des Untergrundes exakt auf der Analysenlinie, wodurch das Untergrundsignal kleiner ist und auch bei höherer Salzfracht noch störungsarm gemessen werden kann. Nachteil ist ein verringerter LinearitĂ€tsbereich und, je nach Element, eine verringerte Empfindlichkeit durch z. T. unvollstĂ€ndige Zeeman-Aufspaltung.
Untergrundkorrektur in der HR-CS-AAS
In der HR-CS-AAS wird kein zusĂ€tzliches System zur Untergrundkorrektur benötigt. Diese GerĂ€te sind mit einer CCD-Zeile und damit im Prinzip simultan und unabhĂ€ngig arbeitenden Detektoren ausgestattet. Von der Software werden einige dieser Detektoren auf beiden Seiten der Analysenlinie ausgewĂ€hlt und fĂŒr Korrekturzwecke eingesetzt. Jede Ănderung in der StrahlungsintensitĂ€t, die auf allen Korrekturpixel gleichermaĂen auftreten, werden automatisch korrigiert. Hierzu gehören z. B. Schwankungen in der Lampenemission, aber auch jegliche kontinuierliche Untergrundabsorption. Diskontinuierliche Untergrundabsorption, z. B. direkte LinienĂŒberlagerung mit einem Matrixelement oder MolekĂŒlabsorption mit Feinstruktur, kann mit Hilfe von Referenzspektren rechnerisch beseitigt werden. Es können breitbandige und spektrale Untergrundeffekte getrennt werden. Erstere werden automatisch ĂŒber Referenzpixel korrigiert und zweitere werden sichtbar und damit bewertbar gemacht. In den meisten FĂ€llen von spektralen Interferenzen ist die hervorragende Auflösung schon ausreichend, so dass die Analysenlinie ungestört zur Auswertung herangezogen werden kann. Mit dieser Technik wird der Arbeitsablauf gerade bei unbekannten und wechselnden Proben extrem vereinfacht. Aber auch bei Routinemessungen mit bekannter Matrix wird die Messroutine erleichtert, da spektrale Störungen nicht mehr aufwendig korrigiert werden mĂŒssen. Vollautomatisch ablaufende Untergrundroutinen nutzen die zur VerfĂŒgung stehenden Referenzpixel und ermöglichen eine simultane Korrektur in Echtzeit. Die Untergrundkorrektur in der HR-CS-AAS bietet einen groĂen dynamischen linearen Arbeitsbereich, erweiterte Nachweisgrenzen, eindeutige Messergebnisse, eliminiert Artefakte und korrigiert bei direkter LinienĂŒberlagerung.
Matrixmodifizierer in der GF-AAS
Hilfreich kann in diesem Zusammenhang auch die Verwendung von Matrixmodifizierern sein, die den Analyten in eine einheitliche, thermisch stabilere, chemische Verbindung ĂŒberfĂŒhren (Isoformierungshilfe). Dadurch sind wĂ€hrend der Pyrolyse höhere Temperaturen möglich, um Matrix vor der Atomisierung zu entfernen, ohne den Analyten vorzeitig zu verlieren. FĂŒr die Bestimmung von Blei und Cadmium wird hĂ€ufig ein Mischmodifizierer aus Magnesiumnitrat (Mg(NO3)2) und Ammoniumdihydrogenphosphat (NH4H2PO4) eingesetzt. Zur Bestimmung vieler anderer Elemente hat sich der Einsatz eines Mischmodifizierers aus Palladium(II)-nitrat (Pd(NO3)2) und Magnesiumnitrat bewĂ€hrt, der Pyrolysetemperaturen von etwa 1000 °C zulĂ€sst, das ist in querbeheizten Graphitrohrsystemen die Temperatur, bei der Natriumchlorid (NaCl) verflĂŒchtigt wird, ein hĂ€ufiger Bestandteil von KörperflĂŒssigkeiten, AbwĂ€ssern und Produkten der chemischen Industrie.
Vorteile und Nachteile
Ein wesentlicher Vorteil dieser analytischen Methode ist die Messgenauigkeit, wodurch auch Spuren von Elementen in Proben quantitativ bestimmbar sind.
Nachteilig ist, dass bei der herkömmlichen und verbreiteten âEin-Element-Sucheâ immer nur jeweils ein chemisches Element quantitativ bestimmt wird. FĂŒr jedes Element ist eine spezifische Emissions-âLampeâ erforderlich, mit Kalibrierung vor jedem Untersuchungslauf. Einmal kalibriert sind zwar hunderte Reihen-Untersuchungen möglich. Aber wenn keine Lampe fĂŒr beispielsweise Thallium verwendet wird, dann wird Thallium in der Probe nicht analysiert und nicht gefunden, auch wenn vielleicht Thallium in der Probe vorhanden wĂ€re (bei korrekter Angabe stĂŒnde dann im Analysenbericht âThallium: nicht untersuchtâ). Um beispielsweise 10 Schwermetalle in einer Einzelprobe zu bestimmen, wĂ€ren 10 Lampenwechsel und 10 Kalibrierungen nötig. FĂŒr eine Reihe von Elementen gibt es Mehrelement-Lampen. Diese können ohne groĂe Probleme mit bis zu 3 Elementen versehen werden. Ansonsten sind spektrale Interferenzen kaum zu vermeiden.cite-ref-1[1] AuĂerdem mĂŒssen die Elemente von der FlĂŒchtigkeit her zueinander passen. Dennoch war traditionell der zeitliche und finanzielle Aufwand dieser Methode fĂŒr Einzelproben relativ groĂ. Erhebliche Verbesserungen sind durch kontinuierliche Lichtquellen (Xenon-Entladungslampen) möglich geworden, die alle Elemente abdecken und die oben genannten Nachteile weitestgehend aufheben.
Weblinks
Wiktionary: Atomabsorptionsspektrometrie
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Verzeichnis von Datenbanken und Nachschlagewerken mit AAS-Spektren
Literatur
âą Bernhard Welz, Michael Sperling: Atomabsorptionsspektrometrie. 4. Auflage. Weinheim 1999, ISBN 3-527-28305-6.
âą D. A. Skoog, J. J. Leary: Instrumentelle Analytik. Springer, Berlin 1996, ISBN 3-540-60450-2.
âą D. C. Harris: Quantitative Chemical Analysis 7. Auflage. W. H. Freeman and Company, New York 2003, ISBN 0-7167-7694-4.
âą K. Cammann: Instrumentelle Analytische Chemie. Spektrum Akademischer Verlag, 2000, ISBN 3-8274-0057-0.
âą G. WĂŒnsch: Optische Analysenmethoden zur Bestimmung anorganischer Stoffe. (= Sammlung Göschen. Band 2606). Verlag de Gruyter, Berlin 1976, ISBN 3-11-003908-7.
âą R. D. Beaty, J. D. Kerber: Concepts, Instrumentation and Techniques in Atomic Absorption Spectrophotometry. 2. Auflage. The Perkin Elmer Corporation, 1988, OCLC 843073654. (Buch zur AAS als PDF-Dokument in englischer Sprache; 422 kB).
Einzelnachweise
cite-note-11. â Bernhard Welz, Michael Sperling, Atomic Absorption Spectrometry, 3rd Ed., Wiley-VCH, Weinheim-New York, 1999, S. 107.